Nutmaschine und Rillmaschine
Nuten mit Balkenrillung = Kammrillung = Buchdruckrillung
Kein Verfahren liefert bessere Qualität als die Balkenrillung. Das Verfahren ist vom Buchdruck-Tiegel und den "Tretnut-Maschinen" bekannt. Ein Rillmesser verdichtet und verformt den Druckbogen oder Karton schonend und unter hohem Druck in eine Nut, anstatt die Fasern zu dehnen wie beim rotativen Nuten auf der Falzmaschine. Papier und Karton aus Digitaldruck oder Offsetdruck, auch mit falscher Laufrichtung, lassen sich dadurch ohne Aufplatzen falzen.
Rotativ Nuten
Eine Falzmaschine mit rotativem Rillwerkzeug oder Nutwerkzeug auf der Messerwelle kann auch Nuten, aber mit schlechterer Qualität als die Balkenrillung. Nachteile: Beim Falzen platzt die Nut häufig auf, die schlechte Bogenführung in der Messerwelle kann eine bogenförmige Nut erzeugen. Das erste Falzwerk durchwalkt den Bogen unnötig im Walzenstuhl damit er die Messerwelle erreicht. Und die Bogenvorderkante kann beim Eintauchen ins rotative Nutwerkzeug einreissen. Das Einrichten dauert länger, weil man die Nutwerkzeuge auf der Messerwelle positionieren muss. Beim Zwitterverfahren des "OHZ" Original Heidelberger Zylinder rollt ein Zylinder die Kanalnut gegen die Nutlinie auf der Stanzform ab, wodurch die Nutqualität in Transportrichtung klar leidet. Binderhaus Nutmaschinen nuten immer optimal, weil sie das Papier ohne Abrollbewegung verdichten.
Perforationsmaschine, Mikroperforation, Stanzen
Einige Binderhaus Nutmaschinen bzw. Rillmaschinen beherrschen Abrissperforation bzw. Strichperforation, Mikroperforation, Wire-O-Stanzung für Drahtkammbindung und Spiralbindung und Abheftlochung.
Rillen oder Nuten?
Die Praxis spricht oft vom Nuten auf der Nutmaschine, seltener vom Rillen auf der Rillmaschine. Gemeint ist das Gleiche. Buchbinder unterscheiden zwischen Nuten, was einen Span aus Karton herausschält. Und Rillen, welches den Druckbogen U-förmig unter Druck verdichtet, damit er beim Falzen nicht bricht.